gESCHICHTEN aUS dEM dUSTERTAL

Liebe Leserinnen und Liebe Leser,

Bei einer Expedition unter die Erde, im Jahre 2015, entdeckte ich durch Zufall in einer schwarzen Kiste neun schwarze Bücher mit hunderten von schwarzen Seiten.

Diesen Moment konnte ich mit Hilfe meines Audio – Tagebuches auf meinem Handy festhalten:

 

Es schien so, als sei auf diesen Seiten nichts geschrieben. Trotzdem nahm ich sie mit hoch in mein Labor, um sie zu untersuchen. Nach vielen wissenschaftlichen Tests und chemikalischen Untersuchungen dann die Sensation: Ich konnte mit Hilfe von chemischen Flüssigkeiten geschriebene Worte sichtbar machen und nach und nach entdeckte ich, das es sich offenbar um Geschichten aus einem Land namens Nystagia handelt, welches irgendwo tief unter der Erde zu existieren scheint. In mühsamer Kleinarbeit gelang es mir bisher, alle Seiten der ersten fünf Bücher sichtbar zu machen. Da ich diese geheimen Geschichten nicht für mich allein behalten möchte, habe ich sie in Buchform veröffentlicht, damit Ihr nachlesen könnt, welche spannende Ereignisse in Nystagia geschehen sind. Hier eine Kurzzusammenfassung der ersten Geschichten! Die erste Geschichte, die ich entdeckte, bestand nur aus Bildern. Sie heisst:

dIE gESCHICHTE dER 7 sELBSTLOSEN

Hier ein paar Bilder aus diesem Buch:

00 Buch Die Sieben Seite 01 b Horlock 43 x a 00 Buch Die Sieben Seite 06 neu

00 Buch Die Sieben Seite 04 neu 00 Buch Die Sieben Seite 03 neu 00 Buch Die Sieben Seite 02 neu

00 Buch Die Sieben Seite 01 00 Buch Die Sieben Seite 05 neu Umschlag Softcover Buch A5 Auftrag Wrobel Malbuch 0 rgb front

Im zweiten Buch entdeckte ich zum ersten Mal geschriebene Worte. Die Geschichte, die damals vor mir lag, heißt:

tORCA, wINNY uND dIE dIEBE dES lICHTES 1 – dIE rEISE bEGINNT

Umschlag aussen Softcover Buch A5 Auftrag Wrobel Torca 180218 rgb(lESEPROBE)    eIN tIER iM sCHRANK

… Winny? … Winny? … Winny?
Torca flüsterte leise. Sie hatte die Zimmertür ihres großen Bruders geöffnet und wollte nachfragen, ob er wach ist. Es war mitten in der Nacht, die Uhr zeigte 23:45 Uhr an. „Jaaaahhhh“? fragte Winny, sichtlich noch im Halbschlaf, „Was ist denn Torca? „Das Licht geht nicht an!“ „Welches Licht?“ fragte Winny. „Na…überall!“ sagte sie. „Wie überall?“ fragte Winny.
Torca war in ihrem Bett aufgewacht, weil sie ein Geräusch gehört hatte. Sie griff nach dem Knipser ihrer Nachttischlampe, knipste …doch es ging kein Licht an. Sie stand vorsichtig auf und tastete sich langsam Richtung Tür, wo ebenfalls ein Lichtschalter war! Sie knipste..und nichts passierte…sie knipste noch einmal…aber auch diesmal blieb es dunkel. Auf dem Weg zu Winny probierte sie noch drei weitere Schalter aus, knips … knips … knips aber das Licht blieb aus. Nun saß sie bei ihrem Bruder auf dem Bett und schaute ängstlich aus. Torca Bild Winny BettWinny stand auf und probierte ebenfalls alle Lichtschalter aus, die ihm auf seinen Weg in die Küche begegneten. Torca folgte ihm leise. Winny ging zum Kühlschrank und öffnete die Kühlschranktür, aber auch da ging kein Licht an. Er hatte Hunger, nahm sich einen Schokopudding und setzte sich an den Küchentisch. Torca setze sich ebenfalls. „Vielleicht ein Stromausfall“ murmelte er müde und schleckte den letzten Rest Pudding von einem Löffel ab. „Meinst Du?“, fragte Torca immer noch ein wenig ängstlich als plötzlich ein lautes Poltergeräusch aus Torcas Zimmer erklang. Beide erschraken und Torca floh von ihrem Platz, direkt hinter Winnys Stuhl. Auch er hatte sich erschrocken und wich im selben Augenblick zurück. Offenbar einen Moment zu viel, denn sein Stuhl kippte hinten rüber und schließlich fanden sich Torca und Winny zusammen auf dem Küchenboden wieder. Winny schaute Torca an, die gerade langsam einen Schokopuddingbecher von ihrem Kopf nahm.
„Was war das?“ fragte Torca. In Deinem Zimmer ist irgendetwas umgefallen, entgegnete Winny etwas genervt. Er stand auf und ging in Richtung Torcas Zimmer, Torca folgte ihm geduckt. Beide tasteten sich im Dunkeln an der Wand entlang bis sie die Tür erreichten. Sie blieben kurz stehen als sie ein Rascheln aus dem Zimmer hörten und hielten den Atem an. Ihr Herz klopfte bis zum Hals. Winny legte den Zeigefinger auf seine Lippen und deutete Torca an leise zu sein. Es raschelte weiter. „Vielleicht ist ein Tier in Deinem Zimmer?“ fragte Winny ganz leise. Torca antwortete nicht. Winny und Torca schlichen auf Zehenspitzen bis zur Tür und öffneten diese, ganz langsam und vorsichtig, einen Spalt. Sie erkannten beim hinein sehen die Umrisse von Torcas Kleiderschrank. Plötzlich, nur einen winzigen Augenblick lang, sah man die Umrisse einer Person vor dem Schrank. Beide zuckten zusammen und duckten sich. Sie knieten sich nieder und Torca tastete nach ihrer Bettdecke, die sie auf der Suche nach Winny im Flur vor der Tür verloren hatte. Da war sie. Sie hielt sich dran fest. Winny schaute kurz, tastete und nahm die Decke leise und vorsichtig hoch. Er deutete Torca an, dass sie die Decke an einer anderen Ecke festhalten sollte.
„Ich zähle jetzt ganz langsam bis drei und dann laufen wir so schnell wie wir können in Dein Zimmer und werfen die Decke über die Katze“! „Welche Katze?“ fragte Torca flüsternd? „Es muss die Katze der Dornbachs sein … sie hat sich schon einmal durch die Haustür mit hinein geschlichen!“ Wir fangen sie und setzen sie wieder vor die Tür!“
Ein wenig Licht wäre natürlich hilfreich gewesen, aber es war nach wie vor stockdunkel. Beide standen ganz langsam auf und schauten sich an, die Decke in der Hand. Winny nickte mit dem Kopf, sie hielten den Atem an.
„Eiiins, zwaaaaaei…drei!“ Sie stürmten in Torcas Zimmer und warfen die Decke in Richtung Kleiderschrank, Winny warf sich auf die Decke und hielt das zappelnde Etwas fest, was allerdings viel größer war, als er vermutet hatte und er warf sich noch einmal drauf. Ein lautes Poltern vermischte sich nun mit dem Ächzen von Winny und einem lauten Knurren und Wimmern. Torca sprang ebenfalls auf die Decke und beide hielten sie das große „Etwas“ fest. Winny, getrieben von Überraschung und Angst rief nun laut“ Wer sind sie, Wer sind sie?“ Nun hörte das „Etwas“ auf zu zappeln und eine dunkle Stimme war zu hören: „Ligt“…“Ligt!!“ Torca Bild Kleiderschrank Grimpf geht
„Was soll das heißen: Ligt?“, fragte Winny laut.
„Ligt“…“Ligt!!“.
Torca und Winny ließen die Decke los und setzen sich zurück.
„Ligt“…“Ligt!!“
Sie betrachteten im Dunkeln die Decke und die Größe des „Etwas“. Es bewegte sich nun nicht mehr. Man konnte an Hand der Deckenwölbungen erkennen, dass dieses Etwas wohl größer als Winny war. Beide hatten Angst. Die Decke bewegte sich nun nach oben und viel auf den Boden. Vor Ihnen saß eine Gestalt. Ihr Herz pochte laut und wild, so kam es Ihnen vor. „Ligt“…“Ligt!!“ sagte die Gestalt nun leise wimmernd. Meinst Du vielleicht „Licht?“ fragte Torca?  „Ligt“…“Ligt!!“ antwortete die Gestalt. „Wir haben kein Ligt..äh Licht“ antwortete Winny. „Wir haben Stromausfall“, sagte er weiter. Winny und Torca merkten, dass die Gestalt wohl mehr Angst vor Ihnen hatte, als andersherum und setzen sich mutig auf. „Wer bist Du?“ fragte Torca. „Ligt“ sagte es … und Winny antwortete genervt:
„WIR HABEN KEIN LICHT!“ Torca fasste die Gestalt an und spürte eine behaarte Schulter, zuckte schnell zurück. „Es ist ein Bär, Winny!“ „Quatsch!“ sagte Winny, „Bären können nicht „Ligt“ sagen!“  …

Im dritten Buch las ich von einem Mädchen namens Calla Lun und ihren Erlebnissen an „Weihnachten in Dustertal“:

wEIHNACHTEN iN dUSTERTAL – eIN dUSTERTAL – kRIMI

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(lESEPROBE) eIN diEB iN dER nACHT

„Achtung, Achtung, Achtung! Hier die neuesten Nachrichten aus Dustertal!“ erklang es aus dem Stöpselradio. „Wir melden nun ein Verbrechen. Ja liebe Hörer, sie haben richtig gehört. Ein Verbrechen! Wie wir soeben erfahren haben, wurde in Dustertal ein Einbruch begangen!“

Calla horchte auf. Dustertal war eine sichere Stadt und es gab sehr selten ein Verbrechen, genau genommen hatte sie selbst noch keines mitbekommen, aber davon gehört, dass es früher mal eines in Schwarzbaumwald gegeben hatte. Sie lauschte gebannt weiter. „… haben uns berichtet, dass in Haus Nummer 16 ein Kugelglas direkt vom Weihnachtsbaum gestohlen wurde. Die Familie versichert, dass sie sieben aufgehängt hat und nur ein Einbrecher dieses gestohlen haben kann. Wir halten sie weiter auf den Laufenden…“CL im Zimmer 01„Wer macht denn so etwas?“, dachte Calla. Sie drückte den Stöpsel wieder komplett in die Wand und ging in das Verkostezimmer. Auch ihre Älteren kamen nun aus ihrem Zimmer und setzen sich an den Tisch. „Habt Ihr das gehört, es gab einen Einbruch in Dustertal!“ sagte Calla ganz aufgeregt. „Einen Einbruch? Du meine Güte!“ sagte ihre Mutter. „Wurde etwas gestohlen?“ „Ich kann mich nicht erinnern, dass es hier schon einmal einen Einbruch gab!“ ergänzte Callas Vater. „Sie haben es im Stöpselradio gesagt. In Haus Nummer 16 wurde in der Nacht ein Kugelglas vom Weihnachtsbaum gestohlen!“ „Ein Kugelglas? Wer macht denn sowas?“ fragte ihre Mutter. „Entweder ist das Kugelglas herunter gefallen oder sie haben sich beim aufhängen verzählt!“ sagte ihr Vater und versuchte beide zu beruhigen. „Wahrscheinlich hast Du recht, Trenk, und sie finden es beim Abtasten des Bodens wieder!“ entgegnete Callas Mutter. „Stimmt!“ dachte Calla. „Schließlich hatte sich ihre Mutter ja auch verzählt und acht statt sieben Kugelgläser an den Baum gehängt.“ Sie behielt das aber besser für sich, dachte sie. Manchmal haben die Älteren so viel zu tun, dass sie Dinge vergessen oder sich vertun. „Ich gehe ein wenig nach außerhalb!“, sagte sie, stand auf und ging zum Durchlass. „Sei aber bitte wieder früh zuhause, wir müssen noch Wurzel-Kekse backen!“ rief ihre Mutter hinterher.

Calla ging langsam den Weg entlang, hinunter ins Dorf. Auf halber Strecke sah sie einen Jungen auf der Umzäunung sitzen. Es war der Junge, von dem sie wusste, dass er Sunero hieß. Sie stoppte und sagte „Holla“CL trifft Sunero draussen
„Holla“ klang es leise zurück.
Offenbar war der Junge bedrückt.                           „Ich bin Calla, Calla Lun“ Du bist Sunero, oder?“
„Woher weißt Du das?“, entgegnete Sunero.
„Ich habe mal gehört, wie eine Frau diesen Namen gerufen hat und dann gesehen, wie Du zu ihr gegangen bist!“ sagte Calla. „Das war meine Mutter“ antwortete Sunero bedrückt. „Du hörst Dich an, als ginge morgen Dustertal unter!“ sagte Calla. „Freust Du dich nicht, dass morgen Weihnachten ist? Morgen gibt es Geschenke für uns!“ „Ich bekomme kein Geschenk!“ sagte Sunero und weiter … „nur weil ich manchmal Streiche mache. Mein Vater denkt, …ich hätte etwas gestohlen!“ „Gestohlen? Was denn?“ fragte Calla Sunero begann zu erzählen. Seine Eltern hatten im Stöpselradio ebenfalls die Geschichte vom Einbruch in Dustertal gehört. Da er, Sunero, einmal letzte Weihnachten, ohne zu fragen, im Laden von Joss Sweety ein paar Schwarzbeer-Bonbons in den Mund gesteckt hatte und dabei erwischt worden war. Das hatte natürlich ordentlich Ärger zuhause gegeben. Nun hatten seine Älteren Angst, dass er es war, der im Haus nebenan, in Nummer 16 das Kugelglas vom Weihnachtsbaum gestohlen hatte. „Wenn sich heraus stellt, dass Du damit zu tun hast, gibt es in diesem Jahr keine Geschenke!“ hatte sein Vater gesagt. „Überlege es Dir und sag uns nachher die Wahrheit“! hatte seine Mutter noch gesagt als er nach außerhalb ging.

„Und hast Du? fragte Calla.
„Hab ich was..?“ fragte Sunero.
„Na… hast Du das Kugelglas genommen?“
„Natürlich nicht! Ich habe geschlafen!“
„Na dann musst Du Dir doch keine Sorgen machen!“, sagte Calla und tätschelte ihm die Schulter.
„Die glauben mir eh nicht!“, antwortete Sunero.
„Wenn Du nichts gemacht hast, hast Du nichts gemacht!“, sagte Calla. „Ich hab eine Idee! Komm wir gehen zu Haus Nummer 16 und fragen, ob die Familie ihre Kugel wieder gefunden hat …!“

In dem Land Nysatgia gab es offenbar Menschen, die unter der Erde in Städten, wie Dustertal oder Schwarzbaumwald, in völliger Dunkelheit lebten. Es war faszinierend und ich machte mich daran, ein weiteres Buch sichtbar zu machen. Ich entdeckte eine Geschichte des wohl größten Detektivs in ganz Nysatgia: Horlock Shelmes!

hORLOCK sHELMES uND dAS gEHEIMNIS dER pENUNZEN

Horlock rgb a(lESEPROBE) War es Tag oder Nacht? Horlock wusste es nicht, so lange hatte er schon in seinem Detektivbüro gesessen und die vor ihm liegenden Gegenstände betrachtet. Funde! Es waren Funde, die er in Finsterberg gemacht hatte, zufällig, aber … wie Horlock immer sagt: „Zufälle gibt es nicht!“ Zu Finden gab es immer etwas in Finsterberg, man musste nur genau hinschauen und das konnte er, er – Horlock Shelmes, der wahrscheinlich größte Detektiv von ganz Nystagia. Finsterberg ist ein kleiner aber düsterer Ort in Nystagia, ca. 25 Tunnelkilometer von Schwarzbaum- wald entfernt. Er hatte die letzen Stunden damit verbracht, sich umzuschauen, besser gesagt umzutasten, denn wie wir wissen, liegt das Land Nystagia tief unter der Erde und besteht aus langen Tunnelsystemen und verschiedenen Städten, in denen es 24 Stunden lang dunkel ist. Die Bewohner von Nystagia haben sich im Laufe von mehreren tausend Tackern an die Verhältnisse gewöhnt, haben gelernt im Dunkeln Gegenstände zu fühlen und zu benutzen. Ebenfalls ist bei allen Nystagiern der Orientierungs- und Geruchsinn gut ausgeprägt. Aber nicht so stark wie bei ihm, ihm den besten Detektiv in ganz Nystagia. Er konnte Gegenstände hören und riechen. Eine Fähigkeit die bisher nur ihm vergönnt war, zumindest wusste er niemanden anderes. Stop! Ein Wesen gab es, das durchaus in Puncto Wahrheitsfindung mit ihm mithalten konnte und dessen Entscheidungsfähigkeit und Treue er schätzte: „Whippson!“„Whippson“ war sein treuer Wegbegleiter seit einigen Tackern und er konnte sich hundert Prozent auf ihn verlassen und legte viel Wert auf seine Meinung. „Whippson“ besaß allerdings nicht die Fähigkeit zu sprechen oder umherzuwandern, geschweige denn zu kombinieren. „Whippson“  war ein Tier, genauer gesagt ein Vogel, noch genauer gesagt ein sogenannter „Wahrheitsvogel“. „Wahrheitsvögeln“ sagt man nach, das sie Wahrheit und Unwahrheit fühlen können. Sie sind sehr sehr selten in Nystagia. Niemand weiß eigentlich genau, in welcher Gegend von Nystagia sie häufig vorkommen. Beim täglichen Ertasten der Gegend hatte Horlock ihn vor einigen Tackern einfach auf dem Boden liegend gefunden, bewusstlos. Horlock hatte ihn daraufhin mit nach Haus genommen und sozusagen in letzter Sekunde wieder aufgepäppelt. Seitdem war Whippson sein treuer Wegbegleiter und saß mit Horlock 04 xVorliebe bei jedem neuesten Kriminalfall auf der Schulter seines Lebensretters Horlock Shelmes. Apropo Kriminalfall. Das war nun leider so eine Sache mit den Kriminalfällen. Horlock Shelmes hatte bisher noch nicht so viele ….. hmm … noch genauer gesagt hatte er noch keinen einzigen bisher gehabt. Dafür aber eine Menge rätselhafter Gegenstände die er gesammelt hatte, aus denen sich bald irgendwann bestimmt ein Fall heraus kristallisieren würde. Man musste nur Geduld haben und die hatte er. Nun saß er also seit mehreren Tackern in seinem Detektivbüro, das zugleich auch sein Zuhause darstellte. Horlock besaß eine Einzimmerwohnung in Finsterberg und dies auch nur, weil er den Mietvertrag vor lauter Freude darüber, dass er nach langem Suchen, eine Wohnung gefunden hatte, nicht so genau gelesen und studiert hatte. Damals war er noch kein Detektiv. Er hatte sich so über die Anzeige im Finsterberger Anzeiger gefreut. Darin hieß es:

Sie suchen eine gemütliche zentrale Wohnung in Finsterberg? Sie sollte Verkostezimmer, Wachzimmer und Nachtzimmer enthalten und nicht allzu viele Penunzen kosten? Dann haben wir genau das richtige für Sie! Rufen Sie uns an unter 003344.

Dies hatte Horlock damals getan und konnte noch am selben Tag bei der Wohnungsfirma  „Dunkler Wohnen GmbH“ einen Vertrag unterschreiben. Der Mitarbeiter bat ihn damals um Verständnis, das er bitte schnell unterschreiben soll, da er, der Mitarbeiter dringend nach Hause müsse, da seine Altverwandte krank sei und dringend Medizin benötige. Da wollte Horlock natürlich nicht noch nach kleinen unwichtigen Details fragen. Da musste es schnell gehen, damit der Mitarbeiter rechtzeitig nach Haus kam. So unterschrieb er blitzschnell nahm den Schlüssel, ließ sich den Straßennamen und Hausnummer nennen, half dem Mitarbeiter in den Mantel und öffnete ihm die Tür, so dass er schnell zu seiner Altverwandten kam. Zeit für eine Besichtigung war unter diesen Umständen natürlich nicht gewesen und es wäre unhöflich gewesen, den Mitarbeiter der Wohnungsfirma in so einem Notfall lange durch unwichtige Fragen aufzuhalten.

Nun saß er also in seinem neu gegründeten Detektivbüro, das zugleich alles in einem war: Büro, Wachzimmer, Verkostezimmer und Nachtzimmer. Der Mitarbeiter hatte nicht gelogen, Horlock hatte alles das, was er wollte, wenn auch in einem Raum zusammengefasst. In dem Moment als er nun gerade seine gesammelten Fundstücke genauer betrachten wollte, passierte es: „ Tock Tock“ Was war das für ein Geräusch? „Tock Tock“ Er sah in die Richtung, in der Whippsons Käfig in der Ecke hing. Tockte Whippson vielleicht mit seinem Schnabel gegen etwas? „Tock Tock“ Das Geräusch kam aus der anderen Richtung. Aus der Richtung, in dem der Durchlass zu Horlocks Wohnung war. Offenbar stand jemand vor der Wohnung. „Endlich!“ dachte Horlock „endlich ein Auftraggeber!“ Er räusperte sich und rief mit kräftiger Stimme: “Einen Augenblick bitte, ich komme sofort!“ Für den Tag, an dem der erste Auftraggeber kommen würde, hatte er sich einen Plan ausgedacht. Er wollte, wenn jemand klopft in Gedanken bis 100 zählen und dann erst zur Tür gehen, damit es so aussah, als sei er sehr mit vielen anderen Fällen beschäftigt. „Ich bin sofort bei Ihnen, einen Augenblick bitte!“

Nun stand er auf und ging langsam in Richtung Durchlass. Im Gehen rief er nach hinten: „Also gut Whippson, der Fall ist gelöst, gönnen Sie sich eine Pause in meinem Nachtzimmer!“ Dies war der zweite Punkt seines Plans. Möglichst bei neuen Auftraggebern erfolgreich wirken und auf jeden Fall einen Assistenten haben. Das Whippson ein Wahrheitsvogel war, musste ja niemand wissen, hatte er sich überlegt. Einen richtigen Assistenten zu haben, oder zumindest so zu tun, als ob man einen habe, wirkte auf jeden Fall professioneller. Er ging nun schnellen Schrittes zum Durchlass um noch ein wenig Eile vorzutäuschen und sagte: „Ja Bitte? Wie kann ich Ihnen helfen?

„Holla, bin ich hier richtig bei Horlock Shelmes? fragte eine zarte dünne Frauenstimme. 

„ das bin ich, Horlock Shelmes persönlich“ mit wem habe ich die Freundlichkeit? fragte Horlock neugierig.

 „Mein Name ist Lola La Lelü“ antwortete sie nun etwas leiser, fast flüsternd. Sie sind Detektiv, oder? Ich brauche ihre Hilfe, bitte …

Ich konnte kaum schlafen. Die Geschichten, die ich gefunden hatte, waren so spannend, das ich unbedingt das nächste Buch sichtbar machen musste und hier nun endlich erfahren konnte, wie es Torca, Winny und Grimpf erging, deren Reise offenbar noch nicht zu Ende war:

tORCA, wINNY uND dIE dIEBE dES lICHTS 2 – dIE rEISE gEHT wEITER

Bergprinz(lESEPROBE) dER bERGPRINZ vON lUMANIA

… k a w u m m … . Plötzlich hörte man ein mega-lautes Getöse. Torca und Winny erschraken und sahen sich an. Der Fußboden vibrierte, das Getöse wurde lauter und Torca und Winny hielten sich die Ohren zu. Der Boden begann zu wackeln und mit ihnen Torca und Winny. „Winny!“, schrie Torca und sprang zu ihm aufs Bett. Der Boden vibrierte beängstigend und auch die Möbel in Torcas Zimmer wackelten heftig. Sie hielten sich am Bett fest und nun stand ihnen die pure Panik ins Gesicht geschrieben. Beide waren blass und starr vor Angst.
Torcas Bücher, die sich in einem Wandregal befanden, rutschten nun eines nach dem anderen aus dem Wandregal und fielen zu Boden. Torcas selbstgemaltes Bild an der Wand fiel samt Rahmen auf den Boden und zerbrach. Die Gardinenstange mit den Blümchenvorhängen löste sich aus der Halterung und fiel auf einer Seite hinunter, direkt mit dem einen Ende auf das Goldfischglas. Klirr! Es zersprang in tausend Teile und das Wasser lief auf den Boden. Ihr Goldfisch „ Hermann“ (so hatte sie ihn wirklich getauft, als sie ihn bekam) zappelte nun auf dem Boden. Torca beugte sich über den Rand des Bettes und konnte ihn so gerade noch mit der rechten Hand schnappen. „Schnell Winny … das Wasserglas. Winny schaute nach links. Auf Torcas Nachttisch stand ein Glas Trinkwasser. Er nahm es schnell vom Tisch und hielt es in Torcas Richtung. Die Erde bebte förmlich. Torca ließ Hermann in das Wasserglas hinein gleiten und hielt es fest. Beide schauten nun hinüber zum Kleiderschrank und sahen wie er sich langsam, fast wie in Zeitlupe nach vorne auf sie zu bewegte und in ihre Richtung fiel. „TORCA ZUR SEITE!!!“ schrie Winny und beide warfen sich nach links und rechts neben das Bett. Der Kleiderschrank krachte mit einem lauten Knall genau auf Torcas Bett, genau dorthin, wo sie gerade noch gesessen hatten. Mit einem lauten Wumms zerbrach der Kleiderschrank. Dann plötzlich: Stille! Das Beben und Wackeln endete. Torca und Winny schauten sich an, beide hatten Angstschweißperlen auf der Stirn und faltige Gesichter. „Was war das Winny?“ fragte Torca. „Ein Erdbeben!“ schnauft Winny … „bestimmt ein Erdbeben“. Er holte tief Luft. Sie standen auf und schauten an die Wand, an der bis vor kurzem noch der Kleiderschrank stand. Zu sehen war ein riesiges Loch, auf dem Boden lagen große Steine, Holz vom Kleiderschrank und Tapetenreste. Eine große Staubwolke sank nun nach unten. Links und rechts rieselte der Beton noch langsam hinunter …

 

Cover Buch RGB rechtshORLOCk sHELMES uND dIE sCHWESTERN dER G.Na.dE

kEINE pAUSE fÜR hORLOCK sHELMES

 „Klopf Klopf“

„Klopf Klo – hopf!“

Horlock öffnete die Augen. Hatte jemand etwas gesagt? Offenbar nicht. Er drehte sich in seiner Schlafstelle und spürte die Schläfrigkeit, die noch in ihm steckte. Die letzten Tage waren anstrengend gewesen und er war erschöpft. Schließlich hatte er erst vor kurzem seinen ersten Kriminalfall aufgeklärt und das Geheimnis der Penunzen von Leo La Lelü heraus gefunden.

„Klopf Klo – hopf!“ Jemand zuhause? Horlock hörte eine Stimme, die aus Richtung Durchlass kam. Dann hatte er doch nicht geträumt.

„Tschiep“ war nun aus der anderen Ecke zu hören. Whippson, sein treuer Assistent, war ebenfalls aufgewacht und antwortete auf seine Weise.

Horlock rappelte sich langsam hoch, schüttelte einmal seinen ganzen Körper und stieg aus der Schlafstelle.

„Guten Morgen Whippson!“

„Tschiep!“

Er ging Richtung Durchlass und nun hörte er es erneut.

„Klopf Klopf Klo – ho –pf!“

Wer um Dustertals Willen steht da in aller Frühe vor dem Durchlass und ruft „Klopf Klopf Klo – hopf“?

Horlock mochte keine Nystagier, die „Klopf Klopf Klo – hopf“ riefen.  Dafür gab es doch Schildhölzer an den Wohnungen. Man stellte sich vor das Schildholz und klopfte mit der Hand dagegen.

Dafür gab es Schildhölzer.

„Klopf Klo – Hopf“ zu rufen, erschien ihm überflüssig. Horlock schlenderte in aller Ruhe zum Durchlass seiner Wohnung und sah hinaus.

Vor ihm erkannte er die Umrisse eines jungen Mannes der eine dreieckige Mütze trug.

„Guten Tag Mister Shelmes, mein Name ist Indro Gehrbaum. Ich komme vom hiesigen Finsterberger Nachrichtendienst, kurz FND und bringe Ihnen eine Stimmnachricht.“ Sind Sie bereit?

„Bereit wofür?“ fragte Horlock

„Na für die Stimmnachricht. Hören Sie gut zu. Ich habe eine Nachricht von einem Mister Gimpel. Ich weiß nicht, ob ich es genau hinbekomme, heute ist nämlich mein erster Tag beim FND, müssen Sie wissen, aber ich werde mir die größte Mühe geben,

Ihnen Mister Gimpels Nachricht möglichst originalgetreu wieder zu geben.

Der junge Mann atmete ganz tief ein. Horlock war gespannt. 

Der junge Mann atmete immer noch ein.

„Sie müssen die Luft wieder heraus lassen, wenn Sie mir eine Nachricht sagen möchten“ scherzte Horlock.

Pühhhh machte es und der junge Mann begann auszuatmen und gleichzeitig mit einer anderen Stimme zu sprechen.

„Lieber Mister Shelmes. Mein Name ist Traut,  Traut Gimpel, ich brauche einmal Ihren Rat, am besten direkt Ihre Hilfe oder besser noch können Sie mich sofort in Schwarzbaumwald besuchen? Ich habe ihren Namen von Leo und Lola La Lelü! Sie haben mir gesagt, dass Sie ein Detektiv sind.

Bei mir ist etwas Sonderbares, bitte kommen Sie, bis bald, Ihr Traut Gimpel.“

Der junge Mann holte kurz wieder Luft und sah Horlock nun fragend an.

Horlock sah den jungen Mann vor ihm ebenfalls fragend an. Es war das allererste Mal, das Horlock eine sogenannte Stimmnachricht von jemandem bekam.

Dies war ein neuer Dienst in ganz Nystagia. Er hatte davon bereits im Stöpselradio erfahren. Man konnte eine Mitarbeiterin oder auch einen Mitarbeiter des FND ansprechen und sie oder ihn bitten, jemand anderem eine Nachricht zu bringen.

Der FND versprach dann, diese Nachricht möglichst originalgetreu, also mit einer ähnlichen Stimme, wie die des Absenders, dem vorher vereinbarten Empfänger vorzutragen.

Dieses war äußerst praktisch, da man dann nicht überall selbst hingehen musste und Zeit für andere Dinge hatte. Der junge Mann vom FND sah Horlock weiter erwartungsvoll an.

„Was muss ich machen?“ fragte Horlock, etwas unbeholfen.

„Oh, nun gut!“ antwortete der junge Mann, jetzt aber wieder mit seiner eigenen Stimme, „wenn Sie direkt eine Stimmnachricht an Mister Gimpel zurück senden möchten, können Sie mir diese nun nennen und ich sage sie weiter. Das kostet allerdings vier Penunzen!“

Horlock überlegte jetzt kurz und antwortete. „Ach, nicht unbedingt nötig Herr Gehrbaum. Ich bedanke mich für die Stimmnachricht. Ich werde selbst hingehen!“

Der junge Mann schaute kurz etwas ungläubig und antwortete dann:

„Also schön, dann eben nicht. Dann müssen Sie sich die Wege selbst durchklettern!“ Viel Freude dabei!“

Der junge Mann war offenbar beleidigt und ging.

„Vier Penunzen …. Ts ts ts!“ Horlock ging zurück zur Schlafstelle seiner Einzimmerwohnung.

aUF nACH sCHWARZBAUMWALD

„Whippson, mein Freund, so wie es aussieht, werden wir gebraucht. Wir müssen nach Schwarzbaumwald!“

„Tschiep!“ klang es aus der Ecke und bedeutete so viel wie „Horlock mein Freund, ich bin einverstanden, bitte packe alle Sachen und los geht es!“.